Sprachförderung an der Gesamtschule in Melsungen
Unsere Schülerinnen und Schüler sind zwischen elf und 18 Jahren alt und sprechen 18 verschiedene Herkunftssprachen. Die Kinder kommen mit unterschiedlichsten Bildungshintergründen, aus verschiedenen Kulturen und mit vielfältigen Schulerfahrungen zu uns. Daher ist unsere Arbeit vielfältig und bunt. Zu unserem Team gehören neben Lehrern und Sozialpädagogen auch ehrenamtliche Unterstützer. Kontinuität und Flexibilität sind die Basis, auf denen unsere Sprachförderarbeit ruht.
Unser Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen zu helfen in unserer Sprache und Kultur anzukommen. Wir versuchen, die Schülerinnen und Schüler individuell und passgenau zu unterstützen, damit sie Bildungsabschlüsse anstreben, die ihnen später ein unabhängiges Leben in unserer Gesellschaft ermöglichen.
2018 besuchten 32 Schülerinnen und Schüler unsere Intensivklassen und weitere 42 Schülerinnen und Schüler die DaZ-Förderkurse.
Deutsch als Zweitsprache
BAUSTEIN 1: Bildungs- und Erziehungsarbeit in den Intensivklassen
Baustein 1 findet in Intensivklassen statt. Lehrkräfte und Sozialpädagogen arbeiten zusammen. Die Vermittlung kultureller sowie sozialer Kompetenzen steht zunächst im Vordergrund.
BAUSTEIN 2: Fortsetzung des Spracherwerbs und Orientierungshilfe
Baustein 2 findet in Förderkursen mit bis zu vier Stunden Deutsch in der Woche statt. Das DaZ-Team ist Ansprechpartner und Orientierungshelfer für die Anliegen der Schülerinnen und Schüler. Im Rahmen dieser Förderkursarbeit konnten wir für Interessierte der Jahrgänge 8-10 in diesem Schuljahr erstmals die Teilnahme am Deutschen Sprachdiplom auf der Niveaustufe B1 anbieten. Im Augenblick arbeitet eine Gruppe von 12 Schülern für diese Sprachprüfung, die im Frühjahr 2019 stattfindet.
BAUSTEIN 3: Honorarkräfte im Regelunterricht
In Baustein 3 wechseln Schülerinnen und Schüler in den Regelunterricht. Sie werden in sechs Wochenstunden von einer Honorarkraft unterstützt. Die Honorarkraft hilft allen Kindern der Regelklasse, soweit dies möglich ist. Die DaZ-Schülerinnen und Schüler sind nun mit dem gesamten Fächerkanon konfrontiert und müssen den Aufgaben im gleichen Arbeitstempo bewältigen, wie ihre Mitschüler.
Für die Zukunft angedacht ist ein weiterer Baustein:
BAUSTEIN 4: Erreichung des angestrebten Schulabschlusses und konkrete Berufsorientierung
Unsere Erfahrungen zeigen, dass es trotz aller Bemühungen nicht immer gelingt, den von den Schülerinnen angestrebten Schulabschluss zu erreichen. Den in späteren Lebensjahren in das deutsche Schulsystem Einsteigenden fehlen schulkulturelle Erfahrungen. Auch unterscheidet sich unser Ausbildungssystem deutlich von dem, was unsere Schüler und deren Eltern aus ihren Herkunftsländern kennen. Daraus resultiert, dass wir uns zusätzlich mit konkreter Berufsorientierung befassen müssen.
DaZ-Klassen spiegeln das gesamte Spektrum an Heterogenität wider – wie jede andere Schulklasse auch. Die einzelnen Lern- und Bildungsbiografien liegen jedoch weiter auseinander. Sprachenvielfalt und kulturelle Heterogenität im Klassenzimmer sind eine Ressource, bei der wir ansetzen.
Anke Kothe
