Stiftung kinder- und familienfreundliches Melsungen · Förderverein für ein zukunftsfähiges Melsungen e.V.

Familien suchen Paten

Veröffentlicht am: 04.05.2017; HNA

Projekt läuft seit zehn Jahren – Begleitung und Unterstützung für Kinder in Melsungen

Erfolgreiches Patenmodell: Die Familienpaten des Arbeitskreises Gemeindenahe Gesundheitsversorgung von links im Jahr 2014 Madelaine Foet, Mareen Claasen, Claudia Rausch, Marie-Luise Ludwig, Angelika Richter, Waltraut Kindl und vorne Gerhard Peter. Archivfoto: privat

MELSUNGEN. Seit zehn Jahren gibt es in Melsungen ehrenamtliche Familienpaten: Eine Erfolgsgeschichte, sagt Angelika Richter vom Arbeitskreis Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG). Der runde Geburtstag wird am Samstag in der Stadthalle gefeiert.

Die Familienstruktur habe sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Alleinerziehende, keine Großeltern vor Ort und flexible Arbeitszeiten: Es gebe viele Familien, die eine Begleitung durch einen Paten gut gebrauchen könnten. Der AKGG suche auch derzeit Paten, die sich die Begleitung einer Familie vorstellen könnten.

Für drei Familien suche der Arbeitskreis Gemeindenahe Gesundheitsversorgung derzeit intensiv eine ehrenamtliche Unterstützung:

  • Eine erkrankte Mutter wünscht sich Unterstützung für ihren jungen Sohn, der im Kindergarten ist.
  • Ein Ehepaar ohne Großeltern in der Nähe sucht jemanden, der Zeit mit ihrer 13-jährigen Tochter verbringen würde.
  • Eine alleinerziehende Mutter benötigt Hilfe bei der Hausaufgabenbetreuung ihrer Kinder. Der Pate benötigt gute Mathematikkenntnisse.

Ein Pate kümmere sich dabei immer um eine Familie. Zum Teil hielten die Patenschaften viele Jahre – aus manchen entwickelten sich Freundschaften über die Begleitung hinaus, sagt Richter. Eine Begleitung über mehrere Jahre sei dabei keine Seltenheit.

Das müssen künftige Paten wissen:

  • Eine pädagogische Qualifikation ist nicht nötig.
  • Die Paten werden geschult und im Team des AKGG betreut.
  • Die Paten sollen weder Babysitter sein noch Krisen lösen.
  • Die Paten können ihre Zeit individuell managen und mit der Familie abstimmen. Es gibt keinerlei Vorgaben bezüglich des Umfangs der Begleitung.
  • Primär soll sich um die Kinder gekümmert werden.
  • Die Paten sollten kommunikativ sein.
  • Das Modell ist sowohl für Berufstätige als auch für Senioren geeignet.

Der erste Kontakt mit den Familien wird vom AKGG moderiert, im Anschluss können alle Beteiligten noch mal über die Entscheidung schlafen.

„Wir wollen die Familien begleiten und ihnen ermöglichen, wieder mehr am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben“, sagt Richter. Für die Paten sei es eine gute Art, verantwortliche ehrenamtliche Arbeit zu leisten. Insbesondere ältere Menschen könnten so viele ihrer Erfahrung weitergeben und gemeinsam könnten Familien und Paten wachsen.

Auch Familien, die sich einen Paten wünschten, seien aufgerufen, sich zu melden. Der Arbeitskreis Gemeindenahe Gesundheitsversorgung kooperiert mit dem Melsunger Kinder- und Familienbüro und dem Jugendamt. Das Projekt sei außerdem in den Kindertagesstätten und den Schulen bekannt. Sowohl der Vorschlag als auch die Teilnahme seien vollständig freiwillig, sagt Richter. Mit der nichtöffentlichen Veranstaltung am Samstag solle bei allen Beteiligten das Projekt und die gute Arbeit ins Gedächtnis gerufen werden.

In den vergangenen zehn Jahren wurden 40 Kinder und 25 Erwachsene begleitet. 20 Paten waren und sind aktiv. Derzeit laufen neun Patenschaften – insgesamt gab es 24 Patenschaften.

Kontakt: Angelika Richter, AKGG unter Tel. 0162/2033980