Sprachenmix zum Kaffee
Veröffentlicht am: 07.08.2015; HNA
Einmal im Monat findet in der Pfarrscheune ein Kontaktcafé für Flüchtlinge statt

MELSUNGEN. An fünf großen Tischen sitzen Menschen und unterhalten sich lautstark, lachen und erzählen Geschichten. Zwischen den Beinen der Erwachsenen wuseln Kinder umher, spielen mit kleinen Plastikförmchen und lassen ihre Eltern aus den Spielzeugtöpfen probieren, ob das Essen auch schmeckt. Eine einheitliche Sprache gibt es nicht. Ein Mischung aus Deutsch, Englisch und Arabisch erfüllt die Melsunger Pfarrscheune.
Und genau das ist das Ziel des einmal monatlich stattfindenden Kontaktcafés, das seit April dieses Jahres vom Kirchenkreis und der Gemeinde organisiert wird. Flüchtlinge, aber auch alle anderen Interessierten können in der Pfarrscheune bei Getränken, Obst und Kuchen Gespräche geführt, Kontakte knüpfen und Bedürfnisse äußern.
„Wir treffen uns mittlerweile zum fünften Mal. Ziel ist es, Flüchtlinge zu integrieren“, sagt Sandra Scholz, Pfarrerin aus Obermelsungen. „Eingeladen sind aber alle, die Lust haben. Man muss sich nicht anmelden und kann einfach kommen. Wir möchten, dass etwas entsteht zwischen den Menschen, die hierher kommen, und denjenigen, die schon hier leben.“ Gerade weil einige Flüchtlinge nicht in Gemeinschaftsunterkünften leben würden, sei es wichtig, dass es einen Ort gebe, an dem sich alle trotzdem treffen können, um sich auszutauschen, führt Sandra Scholz aus.
Vorbereitet wird das Kontaktcafé von vielen Freiwilligen: „Wir sind mindestens zehn, die ehrenamtlich mithelfen, Kuchen, Blumen, Obst und Kaffee spenden und alles vorbereiten“, sagt Gudrun Banniza-Raftopoulos, selbst Ehrenamtliche und Kopf des Café-Teams. Träger der Veranstaltung ist der Kirchenkreis, „wir arbeiten aber eng mit der Stadt zusammen“, erklärt Scholz. So entstand auch die Verbindung zu Melsungens Integrationsbeauftragter Theresa Adenekan. Durch ihre Arbeit ist es möglich, die Flüchtlinge persönlich zum Kontaktcafé einzuladen. Auch beim fünften Treffen freuten sich die Organisatoren wieder über einige neue Gesichter. Sie ergänzen die bunte Runde von Menschen aus Syrien, Somalia, Äthiopien, Eritrea, Kuwait, Pakistan, Algerien, Afghanistan, der Türkei, dem Iran, dem Irak und Deutschland.
Und für die Zukunft gibt es noch andere Ziele: „Dass Leute Patenschaften für Flüchtlinge übernehmen und wir hier bei uns Güter austauschen können, zum Beispiel Kleidung“, hofft Banniza-Raftopoulos. • Nächster Termin: Das Melsunger Kontakt-Café findet immer am ersten Mittwoch des Monats statt, das nächste Mal also am 2. September – und zwar von 16 bis 18 Uhr in der Melsunger Pfarrscheune.
von Maximilian Bülau
