Sie heizten dem Winter kräftig ein
Veröffentlicht am: 01.02.2016; HNA
Feuerkünstler beeindruckten beim Kältischen Abend mit heißen Kunststücken – 70 Besucher trotzten Regen und Matsch

MELSUNGEN. Wer sich unter dem Kältischen Abend eine Veranstaltung im Zeichen einer antiken Volksgruppe vorstellt, der liegt falsch, denn mit den Kelten hat das, was das Team der Freilichtbühne Melsungen am Samstag zum elften Mal organisierte, gar nichts zu tun.
Nachtwanderung durch den Stadtwald, Dosenwerfen, Schwedenfeuer und Feuerspektakel auf der Freilichtbühne dienten dazu, den niedrigen Temperaturen zu trotzen. Das sei der ursprüngliche Gedanke für den Kältischen Abend gewesen, erklärte Dieter Naleppa, Mitglied der lokalen Agenda Melsungen und einer der Organisatoren: „Wir wollten im Winter was draußen machen.“ Im Sommer veranstaltet die Gruppe Filmvorführungen auf der Freilichtbühne. Und damit es den Organisatoren auch in der kalten Jahreszeit nicht zu langweilig werde, hätten sie sich den Kältische Abend ausgedacht, witzelte Naleppa.
Spaß hatten am Samstag aber nicht nur die Mitglieder des Teams der Freilichtbühne, sondern auch die rund 70 Kinder und Erwachsenen, die trotz Regen und Matsch an dem Abendprogramm teilnahmen. Bei einer Nachtwanderung durch den Stadtwald wurde die Phantasie der Wanderer durch die Dunkelheit angeregt und anschließend bezauberten mystische Klänge und eine atemberaubende Feuershow die Besucher. Desire Schulte und Michael Kreiker bilden das Duo Ethnokimondo. Sie tanzten mit dem heißen Element, erstaunten mit Feuerspucken und -schlucken und weckten bei manch einem jungen Zuschauer das Interesse für diese lodernde Kunst.
Doch so einfach, wie es bei den beiden Feuerkünstlern aus Habichtswald aussah, ist es nicht und das unangeleitete Nachmachen gefährlich. Jahrelange Übung sei nötig, bis man die Kunststücke beherrsche, erklärte Michael Kreiker. Das Feuer selbst könne man nicht beherrschen. Alleine auf den richtigen Umgang mit der Naturgewalt komme es an.
Umgang mit Feuer lernen

Den kann man lernen: Kreiker arbeitet seit 15 Jahren mit Feuer, ist Mitglied des Vereins Feuerpädagogik in Dortmund, der in ganz Deutschland Feuerworkshops anbietet. An Schulen, in Kindergärten und in Zusammenarbeit mit den Feuerwehren legen die Feuerspezialisten den Teilnehmern der Workshops den richtigen und respektvollen Umgang mit Feuer ans Herz und zeigen, was man mit Feuer machen kann, ohne sich und andere in Gefahr zu bringen.
Wenn man den Respekt vor den Flammen nicht verliere, sich mit den Materialien auskenne und sich strikt an die Regeln halte, dann habe man nur wenig zu befürchten, sagt der Feuerexperte. Brandblasen bekomme auch er manchmal ab, aber er verbrenne sich wesentlich häufiger die Finger an einer heißen Pizza, als am Feuer, mit dem er arbeitet.
von Christel Eberlein
