Endlich viel Platz für Kinder
Veröffentlicht am: 23.02.2021; HNA
Kindergarten Fuldaufer kostet 3,13 Millionen Euro

Melsungen – Es fühlt sich ein bisschen so an wie von null auf hundert: Aus dem kleinen Kindergarten Kasseler Straße wurde der große Kindergarten Fuldaufer. Gab es bis vor sechs Wochen in einem Wohnhaus an der Kasseler Straße nur Platz für 30 Kinder, werden nun 124 Kinder in einem Neubau am Melsunger Fuldaufer betreut. Und Leiterin Tanja Schmidt leitet plötzlich eine Art kleines mittelständisches Unternehmen mit 20 Erziehern und zwei Küchenfrauen.
Erwachsene und Kinder haben sich gut eingelebt. Pandemiebedingt können die Kinder zwar das offene Konzept nicht nutzen, das im Kindergarten gilt. Aber sie haben in den großzügigen Gruppenräumen viel Platz zum Malen, Basteln, Spielen und Bücher ansehen.
Wer die Kita betritt, wird von einer tollen Aussicht durch die große Fensterfront auf das Außengelände und die Fulda empfangen. Für das Foyer mit dem Treppenaufgang wurden vor wenigen Tagen die letzten Sitzbänke angeliefert. Dort befindet sich auch der Wartebereich mit Cafétresen für die Eltern, deren Kinder in der Krippe eingeweiht werden, der Platz unter der Treppe wird als Parkplatz für die motorbetriebenen Krippenwagen genutzt.
Auch sonst ist die Kita gut durchdacht. Es gab viele Treffen zwischen Stadt, Kitaleitung und Darius Maloschek, dem Projektleiter für die Stiftung. Der Neubau wurde perfekt auf die Bedürfnisse der Kinder und Mitarbeiter zugeschnitten. Beispielsweise gibt es im Sanitärbereich Mini-Toiletten für die Krippenkinder, in der Küche stehen kleine Anrichten, an die auch Dreijährige ranreichen können, es gibt einen Sprachförderraum für Kinder, einen Forscherraum mit Holzwerkbank und Becherlupen-Sets.

Und damit die Kinder so schnell wie möglich im Freien toben können, wurde Rollrasen im Außengelände verlegt. Das war zwar deutlich teurer als Grassamen, „aber dafür können die Kinder schon im April draußen spielen“, berichtet Projektleiter Darius Maloschek. Ein eingesäter Rasen hätte erst im September betreten werden dürfen. Deutlich teurer seien auch die Alufenster geworden, die nachhaltiger seien als die eigentlich geplanten Kunststofffenster. Zu den zusätzlichen Ausgaben zählen auch die Doppelmarkise und der Speisewagen (Artikel unten). Aber die ursprünglich veranschlagten Kosten von 3,3 Millionen Euro konnten auch durch frühe Ausschreibung der Gewerke trotz noch nicht fertiger Detailplanung auf insgesamt 3,13 Mio. Euro gesenkt werden.
Kinder fühlen sich wohl in neuer Kita Fuldaufer in Melsungen

Die Kinder haben sich prima im neuen Kindergarten Fuldaufer in Melsungen eingelebt. Die Stiftung für ein familienfreundliches Melsungen war Bauherr. Die Kosten: 3,13 Millionen Euro. Die Stadt Melsungen mietet das Gebäude von der Stiftung. Es ist ein PPP-Projekt (public-private Partnership), also eine vertraglich geregelte Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft. Auf zwei Etagen ist Platz für 124 Kinder. Und es gibt ein großes Außengelände zum Fluss hin. Im Bild von links die Kinder Mosaib Neeser, Vito Dobner, Rita Höll, Auszubildende Laura Marheinecke, Bojun Jiang, Denni Wiebe und Milan Lorenz.
Intelligenter Speisewagen in der Küche

Ursprünglich sollte es eine eigene Köchin für die Kita Fuldaufer geben. Das war Thema bei einem der ersten Planungstreffen zum Kita-Neubau. Aber statt einer Köchin steht nun ein Speisewagen in der Küche, der ganz viel kann: warmhalten, kühlen und kochen. „Das ist ein intelligenter Speisewagen“, beschreibt Projektleiter Darius Maloschek den neuen Apparat in der Kitaküche. Er ist 1,40 Meter lang und 70 Zentimeter breit, hat 14 000 Euro gekostet und bietet Platz für alle Mittagessen der Fuldaufer-Kinder.
Diese werden von der Cateringfirma Eurest bei B. Braun gekocht. Eurest bereitet die Speisen am Vortag zu, kühlt sie sofort auf drei Grad Celsius ab und liefert sie in einem Kühlwagen zur Kita Fuldaufer. Damit wird der Speisewagen dann bestückt, der die Speisen weiter kühlt.
Am nächsten Tag wird das Essen zwei Stunden vor dem Mittagessen langsam erwärmt, erklärt Maloschek. Das nennt sich Cook-and-chill-Verfahren. Die beiden Küchenfeen Brigitte Münch und Ina Zupfer sorgen dann dafür, dass die Kinder das Essen mittags punktgenau auf den Tischen haben.
Noch ist der Wagen in einer Probephase, aber Kitaleiterin Tanja Schmidt sagt schon jetzt: „Das Essen ist hervorragend und schmeckt den Kindern gut.“ Möglicherweise könnte dieses System bis zum Sommer auf die übrigen Melsunger Kindergärten ausgeweitet werden.
von Claudia Feser
